VAG vor Ort

VAG Druckmanagement im Schwarzmeer-Seebad Gelendschik, Russische Föderation

12.01.2015

Die erste russische Festung an der Schwarzmeerküste wurde 1831 gegründet. Die Bevölkerung siedelte sich an einer wunderschönen Bucht an, die von Bergen eingerahmt ist. 139 Jahre später wurde Gelendschik 1970 zum „Kurort mit unionsweiter Bedeutung“ ernannt. Seit 1996 gehört die Stadt zu den speziell ausgewiesenen russischen Erholungsgebieten. Gelendschik nimmt eine Fläche von ca. 123 km2 ein. Die Stadt hat 62.000 Einwohner, aber während der Urlaubssaison kommen jährlich bis zu 3 Mio. Besucher hinzu, die hier im Meer baden, entspannen oder kuren möchten.

Das städtische Wassernetz ist kaum in der Lage, mit einer derart großen Ausweitung der Bevölkerung umzugehen. Es ist nur den enormen Anstrengungen der örtlichen Stadtwerke „Vodokanal Gelendzhik“ („VKH“) hinsichtlich Reparatur- und Modernisierungsmaßnahmen zu verdanken, dass es noch nicht zu Ausfällen gekommen ist. In der Urlaubssaison erfolgt die Wasserversorgung nach folgendem Schema: 3 Stunden am Morgen und 3 Stunden am Abend.

Die Lage der Stadt Gelendschik als Problem

Aber es wird noch komplizierter. Die starke Sonneneinstrahlung im Sommer führt zum Austrocknen mehrerer Flüsse im Wassereinzugsgebiet von Gelendschik. Die Stadtwerke müssen daher Wasser aus dem Kuban zukaufen, dem Hauptfluss der Region Krasnodar. Dieses Wasser wird durch spezielle Leitungen von über 60 km Länge nach Gelendschik geführt, um die Urlauber zu versorgen. Unter diesen Umständen wird auch der kleinste Wassertropfen zur begehrten Rarität. Aber das Hauptproblem ist die Lage der Stadt: das Gelände senkt sich von den Bergen bis zum Strand kontinuierlich ab, was in den Uferzonen zu einem um 12 bar erhöhten Wasserdruck als oben am Berg führt.

Das kann auch Spezialisten für kommunale Wasserversorgung verzweifeln lassen - VAG PICO® brachte die Lösung

2012 wandte sich „Vodokanal Gelendzhik“ an die Mitarbeiter von VAG Russland, um eine Lösung zu finden. Der erste Schritt bestand darin, die Wasserversorgung zu analysieren und verschiedene hydraulisch abgeschlossene Sektoren (District Metered Areas, DMAs) einzurichten. So wurde das erste Druckmanagement-Projekt in Russland gestartet.

Die Ingenieure von VAG Russland begannen mit der Analyse der vom Kunden ausgefüllten Druckmanagement- Fragebögen. Als Ergebnis wurde der erste DMA im sogenannten „Dicken Kap“ im Südteil der Stadt eingerichtet.

Im Anschluss an die Analyse führte VAG eine Auslegung der notwendigen Armaturen durch und schlug ein VAG PICO® Pilotgesteuertes Regelventil DN 300 PN 16 mit ControlMate FM zur zeitabhängigen Druckreduzierung vor.

Eine Reduzierung des Drucks in Zeiten geringen Verbrauchs hilft beim Vermeiden von Wasserverlusten durch bestehende Leitungsschäden. Dies ist auch für das Gesamtleitungssystem vorteilhaft, da es zu weniger neuen Leitungsschäden kommt. Außerdem stehen die vorher für die Schadensbehebung aufgewendeten Mittel nun für die Wartung und Reparatur von Leitungen zur Verfügung.

Erfolgreiche Inbetriebnahme des VAG PICO® und zugehöriger Messausrüstung

Im Oktober 2013 wurde die vollständige Ausrüstung nach Gelendschik geliefert. Bald danach traf ein international zusammengesetztes VAG Team ein, um das weitere Vorgehen zu planen. Mitglieder waren: Ein Druckmanagement-Spezialist der VAG Armaturen GmbH aus Mannheim und Nikita Lukonin – Leiter des Teams für Modernisierung von Wasserversorgungen von VAG Russland – sowie Ruslan Achmetow – Serviceingenieur von VAG Russland.

Das VAG Expertenteam verschaffte sich einen Überblick über das raue Terrain, genoss den Meerblick und führte die Inbetriebnahme des VAG PICO® Pilotgesteuerten Regelventils und der zugehörigen Messausrüstung durch. Das Servicepersonal von „Vodokanal Gelendzhik“ wurde in der Bedienung des ControlMate-Geräts geschult. Heute sind die Techniker selbst in der Lage, die Geräte zu benutzen.

Nach der Kommissionierung wurde eine Schulung zum Druckmanagement durchgeführt, an der technische Spezialisten und die gesamte Leitung von „Vodokanal Gelendzhik“ teilnahmen. Die Teilnehmer besprachen die aktuelle Lage beim Wasserverbrauch und Zukunftspläne für die Modernisierung der städtischen Wasserversorgung.

Das VAG Team erlangte Fernsehprominenz

Der örtliche TV-Sender brachte einen Bericht über die Arbeit in den Abendnachrichten.

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